Sgraffito
Sgraffito - graffiare - heisst ritzen. Die Technik ist uralt und bestens bewährt, denn sie beruht auf den chemischen Eigenschaften des Kalks.
Kalkstein wird abgebaut und im Ofen bei hoher Temperatur gebrannt. Dabei entweicht Kohlendioxid als Gas, und zurück bleibt gebrannter Kalk. Dieser wird mit Wasser versetzt. Es entsteht gelöschter Kalk, was der Fachmann Sumpfkalk nennt. Mit feinem Sand vermengt, wird daraus ein optimaler Mörtel für die Sgraffito-Technik.
Indem man Mineralfarbpigment beimischt, etwa Oxidgelb, Kobaltblau, Umbra, kann der Mörtel nach Wunsch gefärbt werden. Dass der Untergrund intakt sein muss, bevor der Putz aufgetragen wird, versteht sich von selbst, sei das Haus nun neu oder alt. Die Fläche soll durch und durch feucht sein. Sumpfkalkmörtel wird etwa 2 bis 3 mm dick aufgetragen. Nach einer halben Stunde ist dieser genügend abgebunden, so dass nun die Stellen, welche für Sgraffiti vorgesehen sind, mit dünnflüssiger Kalkmilch geschlämmt werden. Die Fassade, an welcher ohne Verzug gearbeitet wird, darf nie der prallen Sonne ausgesetzt sein. Auch darf die Temperatur in der nachfolgenden Nacht nicht unter vier Grad sinken. Hat der Künstler sein Bild in den Putz geritzt, sintert der Sumpfkalkmörtel allmählich aus, das Wasser verdunstet. Gleichzeitig kann sich der Kalk mit Kohlendioxid aus der Luft verbinden und wird so wieder zu festem Kalkstein, womit der chemische Kreislauf geschlossen ist. Dies erklärt die Haltbarkeit über Jahrhunderte hinweg. Die Vorteile der traditionellen Technik ist offensichtlich.
Rund ums Engadiner Sgraffito
Ein einheimischer Maler zeigt Ihnen, wie die Sgraffiti an den Häusern gemacht werden und was sie bedeuten. In einem 2-stündigen Intensivkurs erstellen Sie selber ein Sgraffito als Andenken zum nach Hause nehmen.
Durchführung: Täglich, ganzjährig
Treffpunkt: 14.00 Uhr, Surpunt 91, Susch
Preis: Ab 10 Personen CHF 30.-, unter 10 Personen auf Anfrage
Teilnehmerzahl: max. 20 Personen
Anmeldung: Bis Vortag 17.00 Uhr, Josin Neuhäusler, Tel. +41 (0)79 221 34 78.
InfoBox
Ein Ornament, welches wir sehr häufig antreffen, ist die Rosette. Die Rosette fusst meistens auf der Urform des sogenannten Sonnenrads. Es steht für Sonne, Fruchtbarkeit und schöpferische Kraft. Die Fruchtbarkeit spielte für die Bauern als Lebensgrundlage eine äusserst wichtige Rolle. Denn die Fruchtbarkeit war die Voraussetzung für eine gute Ernte. |
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